Musikverein »Edelweiß« Roßbach

Blasmusik vom Feinsten!

Berichte rund um die "Edelweiß"-Musikanten


Zurück zur Übersicht

30.04.2016

Roßbacher Musiker beim Deutschen Musikfest in Chemnitz

Schon 2007, nach der Teilnahme am Deutschen Musikfest in Würzburg, reifte bei den Roßbacher Edelweiß-Musikern der Entschluss, beim nächsten Musikfest wieder dabei zu sein. Als das Datum feststand, musste unsere Vorstandschaft rund um den Vorsítzenden Volker Krug erst einmal schlucken: der Termin in Chemnitz fällt genau auf das traditionelle Vatertagsgrillfest unseres Vereins. Auf die Teilnahme am Festival wollte man aber trotzdem nicht verzichten. Also wurde freitags vormittags in Rekordzeit der Festplatz geräumt und um 12 Uhr saßen 28 Roßbacher Musikanten, 2 Leidersbacher Trompeten-Verstärkungen und 19 Fans gut gelaunt bei Busfahrer Achim im Bus Richtung Sachsen.

Die viereinhalb Stunden Fahrzeit vergingen wie im Flug, auch weil der Bus mit DVD-Rekorder ausgestattet war und wir so unsere vergangenen Frühjahrskonzerte bewundern konnten.

Bei der Ankunft in Chemnitz mussten wir wieder das Organisationstalent unserer Vorstandschaft bewundern: unser Hotel lag absolut zentral, zu den einzelnen Veranstaltungsorten hatten wir keine fünf Minuten Fußweg – stark! Zu einem gemeinsamen Abendessen trafen sich alle Teilnehmer im Turmbrauhaus. Hier gab es gutes Essen und noch besseres, selbstgebrautes Bier. Nach dem Essen ging’s gleich raus in die Innenstadt. So bemerkten wir gleich, wie ideal Chemnitz als Ausrichterstadt ist: viele kleine Ecken für die zahlreichen Platzkonzerte der Teilnehmerkapellen, drei große Bühnen für die Top-Acts, der weitläufige Theaterplatz für den Marschmusikwettbewerb ganz in der Nähe – toll. Allerdings: das Warten auf den Auftritt des Nordbayerischen Jugendblasorchesters wird zur Tortur, da die vierzigminütige Performance des „Chemnitzer Künstlerbundes“ für die Ohren äußerst gewöhnungsbedürftige Klangfetzen darbietet. Die Truppe von Ernst Oestreicher entschädigt mit ihrem Auftritt aber das lange Warten – Bilder einer Ausstellung, Carmina Burana, „Innuendo“ von Queen und „Music“ von John Miles werden einfach klasse dargeboten. So geht der erste Abend zu Ende, und wir gehen gut gelaunt ins Hotelbett.
Am nächsten Tag nach dem Frühstück erleben wir Turmbläsermusik, Carillonspiel und einen mittelalterlicher Türmer in der Chemnitzer Innenstadt. Danach besuchen wir den Düsseldorfer Platz, den Auftrittsort für das Platzkonzert des Musikvereins „Edelweiß“ Roßbach am Nachmittag. Ein kurzer Besuch des Marschmusikwettbewerbes schließt sich an; der Weg führt vorbei am imposanten Karl-Marx-Monument, mit über 13 Metern Höhe die zweitgrößte Portraitbüste der Welt. Am Theaterplatz kommen wir mit einem einheimischen Marschmusik-Zuschauer ins Gespräch. Er erzählt, dass er selbst Posaunist ist und sich schon seit Jahren auf dieses Fest freut. Dem netten Gespräch folgen noch weitere mit anderen Besuchern und Musikern und erneut stellen wir fest: Chemnitz ist die richtige Ausrichterstadt für dieses Deutsche Musikfest.

Das gemeinsame Mittagessen der Roßbacher findet im Ratskeller direkt an Neumarkt statt. Es ist etwas hektisch, weil wir uns bereits um 13.30 Uhr fix und fertig am Düsseldorfer Platz zum Freiluftkonzert einfinden müssen. Aus diesem Grund fällt auch das Bier zum Essen aus. Zum Konzertplatz müssen die Instrumente samt Schlagzeug getragen werden. Unserem treuen Fan Günter fällt der Kofferwagen aus dem Hotel ein, der flugs mit den Instrumentenkoffern beladen durch die Innenstadt geschoben wird. Danke an die gorßartige Hilfe unserer treuen Roadies!

Die Kapelle vor uns - „Laufen am Kocher“ - überzieht zeitlich ein bisschen, aber ihre Polkas und der Marsch „Mein Tiroler Land“ (mit Gesang) komment gut an beim zahlreichen Publikum. Die Kapelle wird als „gesangstärkstes Blasorchester“ verabschiedet – dagegen werden wir von der netten Chemnitzer Moderatorin als Kapelle mit den „bestaussehenden Männern“ (!) begrüßt und legen gleich mit der „Bugs Bunny“-Melodie und dem Marsch Abel Tasman gut los. Unsere zwei Konzertstücke „Skyfall“ und „A Klezmer Karnival“ kommen gut an, aber die Polkas „Ein halbes Jahrhundert“ und „Wir Musikanten“ fordern wahre Beifallsstürme. Zwei Solostücke haben wir noch im Programm: unsere Dixieband mit Sandra (Klar.), Beate (Tenorsax), Claus (Trp.), Hilbert (Pos.) und Sebastian (Tuba) kommt sehr gut an – aber bei der „Bayrische Polka“ mit dem Posaunensolo von Florian ist das Publikum fast nicht mehr zu bremsen. Jetzt noch die „Vogelwiese“ mit Show und Gesang und anschließend das Prosit – ein Teil der Gäste lässt sich zur sehr gewagten Aussage hinreißen, „das sei der beste Auftritt des bisherigen Musikfestes gewesen“. Wir genießen das Lob, wissen aber unseren Auftritt gut einzuschätzen: ein paar Nervositäts-Wackler waren schon dabei. Sei’s drum, es hat sehr viel Spaß gemacht.

Wir hören noch kurz der nachfolgenden Kapelle aus Eching bei München zu. Auch ihnen gelingt ein hervorragender Auftritt – wie überhaupt böhmische Blasmusik beim Publikum hoch im Kurs steht!

Anschließend bringen wir unsere Instrumente zurück ins Hotel und besuchen unsere Sodenthaler Freunde bei ihrem Auftritt, der leider fast parallel zu unserem stattfindet. Auch dort haben sich viele Zuschauer eingefunden und es herrscht eine Bomben-Stimmung – es macht einfach Spaß in Chemnitz!

Unser Sohn Veit will unbedingt zur Musikmesse – also in die Straßenbahn Linie 1 und raus zum Messegelände. Dort kommen wir gegen 17 Uhr an. Riesige Messehalle, auch hier tolle Orchester (eines davon 140 Mann stark!), aber zu der Zeit leider wenig Besucher. Das ändert sich erst später zur Preisverleihung der Wertungsspielteilnehmer. Da sind wir aber schon wieder weg. Zuvor besuchen wir noch die Fachmesse. Dort sind sehr viele Kinder mit teilweise schon sehr hohem Spielniveau beim Instrumentenausprobieren. Respekt vor den Ausrichtern: es herrscht ein Riesenlärm, und trotzdem sind die Fachleute sehr freundlich, geben Tipps und helfen, wo sie können. Veit verliert im Messegewühl seine Eintrittskarte – seine Freundin Sabine fragt beim Ausrichter nach, und ganz unkompliziert bekommt Veit eine neue mit der Roßbacher Teilnehmernummer 43 ausgestellt. Toller Service!

Zurück in der Innenstadt heißt es warten auf den groß angekündigten Gig der Bundeswehr-Big-Band. Die Zeit wird aber nicht lange, weil immer wieder tolle Orchester an den mittlerweile bekannten Plätzen Auftritte geben. Die Big Band beginnt mit einer Riesenshow. Wir halten es etwas über eine Stunde mit unseren Kindern im dichten Gedränge aus, dann müssen wir raus und schauen/hören uns den Auftritt von einem nahegelegenen Biergarten aus an, bis wir gegen Mitternacht todmüde ins Hotelbett fallen.

Sonntag früh geht’s gleich wieder in die Innenstadt, um wieder tolle Darbietungen vieler Orchester beizuwohnen – es wird einfach nicht langweilig. Das Weizenbier zum Frühschoppen schmeckt auch schon. Um 13 Uhr sollen wir uns auf dem Theaterplatz zur großen Abschlussveranstaltung einfinden. Pünktlich um 12.45 Uhr geht ein halbstündiger, sehr heftiger Regenschauer – der erste beim gesamten Musikfest – auf uns nieder. Unsere Musiker lassen sich aber nicht entmutigen und funktionieren einfach die Hotelhalle zum Konzertsaal um. „Grüße aus dem Egerland“, der Frankenliedmarsch und die Vogelwiese erklingen – plötzlich kommen immer mehr Fußgänger in die Hotelhalle, um sich unser Spontan-Konzert anzuhören. Es herrscht trotz des Sauwetters eine großartige Partystimmung – und es tut mir richtig leid, das ganze abbrechen zu müssen, weil der Regen nachgelassen hat und wir auf den Theaterplatz müssen.

Dort angekommen, werden wir von einer malayischen Marchingband unterhalten – mit toller Show, und es ist äußerst interessant, wie die südostasiatischen Musikkollegen ihre Euphonien und Tubas auf den Schultern tragen und spielen! Die Stücke zum Gemeinschaftschor werden noch einmal geprobt – und während des Durchspielens wird den meisten Musikern auf dem Theaterplatz klar, dass diese Probe wirklich notwendig war. Wow, fast werden die Stücke umgeschmissen, und im Schleuderkurs kommen wir gerade so bis ans Ende. Aber klar: alleine durch die große Fläche des Theaterplatzes ist es äußerst schwierig, alle Musiker zusammenzubekommen.

Der Musikantengruß, bei dem alle Teilnehmer ihre Instrumente in die Höhe strecken, ist wieder ein beeindruckendes Bild. Nach erfreulich kurzen Grußworten der Honoratioren startet der Abschluss-Festzug (Video in 'Unsere Aktiven') durch die Chemnitzer Innenstadt. Wir sind im vorderen Drittel und sind froh darum. Die Straße der Nationen ist gesäumt von tausenden von Zuschauern, die trotz wieder einsetzenden Nieselregens freundlich winken, klatschen und lachen. Die achtjährige Sabine, ganz klassisch in einem süßen Dirndl, trägt vorne tapfer unser Schild mit dem Schriftzug „Musikverein Edelweiß Roßbach“. Prompt kommt der Moderator der Live-Übertragung vom MDR und interviewt unser Frontmädchen. Die macht das aber sehr cool und gibt tolle Antworten! Stark gemacht, Sabine!

Unsere Marschierprobe, die wir im Vorfeld durch die Straßen Roßbachs gemacht haben, hat sich auch ausgezahlt. Die Kommandos werden beachtet, und alle laufen die meiste Zeit im Gleichschritt. Pünktlich vor der Ehrentribüne ist unser letzter Marsch zu Ende – auch hier nahezu perfektes Timing.

Zurück geht’s zu unserem Hotel, wo schon unser Bus wartet. Wir schauen uns den Schluss des Festzuges an und geben spontan noch mal ein Platzkonzert mit drei Märschen – auch hier begeistert angenommen von den zahlreichen Chemnitzer Zuhörern. Einfach großartig!

Nach einem gemeinsamen Abschlussfoto geht’s in den Bus. Leider haben wir auf dem Rückweg etwas Pech und geraten in einige Staus, so dass die Heimfahrt geschlagene drei Stunden länger als die Hinfahrt dauert. Aber egal, unsere gute Laune hält im Bus immer noch an.

Kurz nach Mitternacht laufen wir in Roßbach ein. Drei supertolle Tage gehen zu Ende. Ein großes Dankeschön an alle, die das Musikfest durchgeführt haben und auch an unsere Verantwortlichen, die den Mut und die Ausdauer hatten, uns nach Chemnitz zu führen!
Norbert Langeheine



Zurück zur Übersicht